Die Reserveradhalterung ist nun auf dem Dach …

Der Drops ist nun gelutscht – die Reserveradhalterung im Eigenbau … Echt ne längere Story in Sachen “Für und Wieder”. Warum der Ausbauer “Hymer” den Grauwassertank einfach an Stelle der Reserveradhalterung pinnt, ist mir noch immer nicht ganz klar. Hätte der Hymer Grand Canyon S doch auch jede Menge Platz unter dem Bodenblech, der sich regelrecht anbietet … Sollen es doch “Weltreisemobile” sein, oder jedenfalls soll es die Zielgruppe der Oberländer treffen. Imho.
Das alles ohne Ersatzrad? Freunde …?

Reserveradhalterung auf dem Sprinter
Reserveradhalterung auf dem Sprinter

Warum nicht eine Reserveradhalterung kaufen?

Ehrlich – ich hätte nichts lieber getan.
Zum Beispiel die Reserveradhalterung von Desert. Selbe wird einfach auf die Scharniere der Hecktür geschraubt, diese Tragen das Rad – eine Schraube noch ins Blech, fertig. Dazu noch 1A gefertigt.
2 Sachen, erstens will die Rennleitung dann die seitlichen Begrenzungsleuchten, weil der Sprinter dann über 6 m lang ist. Der ein oder andere, geneigte Prüfer trägt das dann dennoch ein, wäre also keine Ausrede und Grund dagegen. Aber … Durch die Montage am Heck geht ein Fenster flöten, sprich es lässt sich nicht mehr öffnen. Wer einen richtig heißen Sommer im Kastenwagen verbracht hat, weiß was ich hiermit meine. Man/n freut sich über JEDES Lüftchen, was durch den Wagen schleicht und der Haut den Bierdunst abträgt. DAS war mein Grund für die Dachmontage.

Warum kein Dachgepäckträger?

Am einfachsten wäre hier wieder ein Dachgepäckträger. Da gibt es ja die edelsten Konstruktionen, darauf hätte ich auch Bock gehabt. ABER … Hier rechnet wieder keiner mit dem Ausbauer … Schraubt doch Hymer den Himmel in den Sprinter, ohne vorher die wirklich sinnvollen, originalen C-Schienen (dafür gibt es originale Aufnahmen/Löcher im Dach) zu montieren. Echt Leute …? Das wäre, ich glaube, 250 EUR sinnvoller Aufpreis gewesen.
Dagegen sprechen natürlich auch 2 Sachen. Erstens der wirklich FETTE Preis, zweitens die Höhe. Ich liege  mit dem Reserverad bei 3,00 bis 3,08 Meter. Je nach Luftdruck auf der Luftfederung. Ggf. wichtige Zentimeterchen bei Brücken. Da kommen beim Dachgepäckträger mindestens noch 8 cm hinzu.
Also selber bauen.

Welches Material brauche ich?

Leicht soll’s werden, also Alu. Folgende Sachen habe ich mir im Netz geordert:
* Caravanschiene von Zölzer – ich gebe hier mal keine Maße an, da ich individuell und auch für andere Zwecke bestellt habe …
* Aluminium Vierkantrohr 50 x 40 x 2 mm, 80 cm – 3 Stück (
B&T, Metall- und Kunststoffhandel)
* Stopfen 40×50 mm Rechteckrohr (Ebay), soll ja schön aussehen …
* Kleinmaterial, wie Sikaflex, Nutensteine, Schrauben usw …
In Summe vielleicht 300 EUR, aber mit einigem Mehrnutzen – z.B. eine Standfläche aus Riffelblech, Ösen zur Aufnahme von Sonnensegeln, usw …

Jetzt noch die Montage

Die Caravanschiene ist 90 mm breit. Ich habe diese gewählt, weil sie durch die irre breite Fläche auch richtig gut hält. Ohne Nieten, mit Sikaflex. Das Rad wiegt etwa 35 KG und sollte NICHT durch die Gegend irren. Hier stehe ich auch fest. Richtig fest. Also habe ich die Last verteilt. 4 parallel verklebte Cravanschienen nehmen die 3 Alu-Vierkantrohre (warum auch immer es nicht Vierkantprofil heißt ;)) per Schrauben/Nutensteine auf. Darauf liegt das Ersatzrad ganz eben auf. Die Erhöhung durch die Vierkantrohre war notwendig, um über das Solarpanel zu kommen. Leider entsteht hier immer etwas Schatten, um dies zu vermeiden parke ich immer in Richtung Süden 😉
Das Finish – 3 Spanngurte fixieren das Rad. Fest. Richtig fest! Fährt nun schon 5000 km mit, ohne auch nur einen Millimeter zu verrutschen.

Und wie kommt es rauf und runter?

Ich hoffe inständig, dass es ein Reserverad bleibt. Eben zur Reserve. Vielleicht um dem Fahrer etwas nervliche Ruhe zu bescheren …
Ok – hoch und runter kommt es mit dem Abschleppseil und Muskelkraft. Dafür habe ich links hinten eine Standfläche aus Riffelblech auf eben diese Caravanschiene geschraubt. Hier können auch Reservekanister fest gemacht werden. Marokko wir kommen …

Und für die große Angst?

Ja, da fährt noch Flickzeug* für Ofradreifen mit. 1A das Zeug, die schnelle Flieckerei bis zum nächsten Reifenservice. Ganz ohne Demontage des Rades. Ein Kompressor ist sowieso immer dabei. Auch noch eine Dose flüssiges Flickzeug (originaler Lieferumfang ohne Ersatzreifen – hatte ich noch vom Ducato). Man könnte meinen, dass ich Panik wegen eines platten Reifens schiebe. Nein ich hab’ da keine Paranoia, aber vorbereitet bin ich gern. Meist für die anderen … 😉


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8 Kommentare

  1. Hallo René,
    was hast du für einen Kompressor an Bord? Hast du damit schon mal einen Reifen komplett gefüllt und wie lange braucht der dafür?
    VG Mirko / Soopy@4×4

  2. Hi Mirko, aktuell ein kleiner – Serienaussrattung vom Ducato …
    Habe noch nicht probiert, wie lange er braucht, um das Rad komplett zu füllen. Dauert aber einige Zeit …
    Wenn ich Zeit haben, will ich mal eine Abzweigung des Kompressors der Luftfederung bauen. Wobei da das Problem ist, dass man dann einen entsprechend langen Schlauch zur Hinterachse braucht …
    Viele Grüße, René

  3. Hallo René,
    machst du keine Hülle um das Reserverad ?? Wenn das Rad den ganzen Tag dem Wetter ausgesetzt ist altert der Reifen extrem schnell.

    Gruß Heiko

  4. Servus Heiko, dazu bin ich leider noch nicht gekommen – steht aber fest auf dem Plan. Andererseits liebäugel ich noch mit einer genau ins Rad passenden Feuerschale … 🙂
    Viele Grüße, René

  5. Hallo René,
    ich habe eine andere variante gewählt, da das Dach mit Surfmaterial belegt ist. Deshalb auch eine faltbare, mobile Solaranlage (100 Watt). Diese hat sich sehr gut bewährt. Bei meinem 4×4 war ein ausklappbarer Fahrradträger (Euro-Carry)dabei. Er ist bis 60kg belastbar. Das Ersatzrad passt gut darauf und kann mit den Keilen der Schiene und Gurten sicher fixiert werden. Auch ein kleines Faltrad passt noch daneben. Ist der Träger ausgeklappt, dann können Türen und Fenster geöffnet werden. Ich stütze ihn jedoch ab, da die seitliche Belastung sonst zu stark wäre. Zusätzlicher Vorteil: das Ersatzrad ist leichter zu erreichen. Es ist nun zwar ordentlich Gewicht hinter der Hinterachse, aber das ist mir auch mit zwei Rädern (ca. 30kg) auf 5.000 km nicht negativ aufgefallen.

    Grüße und gute Fahrt

    Götz

  6. Grüß dich Götz – eine eine Idee. Hatte ich auch schon im Auge. Aber da spricht der “Optiker” in mir dagegen. Fänd’ das optisch nicht ganz so … 😉
    Ein Tipp noch. Du solltest die Schienen an der Tür zusätzlich verkleben oder mit Einziehmuttern gegen die Tür sichern.
    Aber da du schreibst, ist der Träger ausgeklappt … So handelt es sich sicher um den originalen MB-Trager bzw. um dessen Grundgestell, der ist auf die Scharniere geschraubt. Das passt dann so. Viele Grüße, René

  7. Hi René, der Träger wird seitlich weggeklappt. Rechts verschraubt, und links mit Splinten zu öffnen, und dann komplett seitlich wegklappbar. Die Konstruktion ist sehr stabil. Das Ersatzrad steht rechts auf dem Träger, fast wie eigens dafür gedacht. Wenn man nun noch Sandbleche hinzufügt, dann sieht es schon sehr nach “Offroad” aus.

    Vielleicht ist das ja auch mal für Dich eine Option, denn auf dem Dach ist das Handling schon etwas umständlicher, und für zu Hause ist alles, incl. Träger, schnell abgebaut. Der Verbrauch leidet auch nicht so sehr. Ich bin übrigens (auch der Grand Canyon 4×4, Automatik) mit drei Brettern auf dem Dach bei einem Spanien-Trip bis Galizien mit genau 11 Litern ausgekommen (5000 km). Auch kurze HA, und max 100km/h. Grüße und noch einen schönen Sommer, Götz

  8. Ja, wobei ich das Handling gern vernachlässige. Auf dem Dach bin ich in einer Minute, dass Rad lass ich mit dem Abschleppseil runter. Vor allem aber – ich will das ja nicht 2x am Tag machen. Am besten nie 😉
    Mein Verbrauch zw. Marokko und Deutschland lag auch zw. 10,5 und 11,5 l – passt also. Nur in Germany brauch ich um die 13 l, weil es da etwas flotter zur Sache geht 😉

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