Welche Vorbereitungen haben wir für die Reise (mit dem Wohnmobil) nach Marokko getroffen?

Jippi – Marokko mit dem Wohnmobil (HYMER GRAND CANYON S) …
Zugegeben ein „sportliches“ Ziel für den sicher hart arbeitenden Europäer. Ist man doch immer an irgendwelche Urlaubszeiten gebunden, also meine Frau. Klar, als Selbständiger kann ich mir das, frei nach meinem Gusto, planen. Die Reisezeit würde dann auf das Frühjahr oder den Herbst fallen. Bestimmt wäre dann auch etwas Wüste dabei …
 Wir werden im Hochsommer (kürzlich wurden 50 Grad in Marokkos Schatten vermeldet …) reisen – irre! Aber wie immer gilt, machen statt quatschen – 3 Wochen Jahresurlaub im Sommer … In den Kopf gesetzt und auf Biegen und Brechen nach Marokko …
Hier schon mal ein kleiner Blick auf die Vorbereitungen.
(Aktuelle Anmerkung: Die Reise ist bereits im Kasten. Bin seit drei Tagen wieder zurück … Ich schreibe also in der Vergangenheit und trage meine selbst gesuchten Info’s zusammen. Geplant sind 2 weitere Berichte zur Reise …)

Was sollte vorab organisiert werden?

* Reisekrankenversicherung
* ADAC-Mitgliedschaft, ist auch in Marokko gedeckt (Tour-Set war keins bestellbar) …
* Grüne Karte / Versicherung – ich bin bei der DEVK versichert, Marokko ist in der Teilkasko und in der Vollkasko enthalten, fragt bitte bei euerer Gesellschaft, bevor ihr los macht! Hinweis: Meist ist die Versicherung auf der Fähre ausgeschlossen …
* Diesel – Ich werde in Genua voll tanken und zur Sicherheit noch 10 l Diesel dabei haben, dass müsste für unsere Tour fast reichen.
* Ad Blue – Wird ebenso in Genua voll gemacht, reicht dann.
Tipp: Erledigt das auf der Autobahn, dort gibt es meist Ad Blue – Zapfsäulen …
* Telefonkarten – Konnte ich von Deutschland aus nicht erledigen. Also Kauf bei Ankunft, da Vodafone hier irre teuer ist. Im Netz konnte ich folgendes finden: Karten des Anbieters „Maroc Telecom“ kosten ca. 20 DH + Aufladung in Form einer Nummer auf einem Papierschnipsel. Die Nummer dann freirubbeln und per SMS senden an „Maroc Telekom“ senden …
Nachtrag: War gar kein Problem, im ersten „Maroc Telekom Store“ Karte gekauft (ich glaube für, ganz kleines Geld, jedoch nur Telefon in Marokko, 10 GB Internet kamen 10 EUR) …
* Dichtring für Gas – solltet ihr Gas vor Ort brauchen, lohnt der Kauf einer marokkanischen Gasflasche. 13 kg kosten 13 EUR, davon 8 EUR für die Flasche und 5 EUR für die Füllung. Ein zusätzlicher Dichtring gleicht den kürzeren Anschluss aus. Besser, vor allem sicherer, ist hier ein Adapter. Ich bin im Sommer da, brauch ich nicht, weil ich mit meinen 2 Flaschen klar kommen werde …
Nachtrag: Jegliche, von mir gesehenen Flaschen sahen recht abenteuerlich aus … Würd’ das Ventil der Flasche, so ich eine kaufen müsste, direkt mit Spühlmittelwasser prüfen. Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass man sie vor dem Geschäft einsetzen/prüfen soll. Der Füllung wegen …
* Karten – Download der Google-Offlinekarten auf das Handy (so findest du dich auch ohne Internet zurecht), klar eine Oldscool-Karte aus Papier sollte wohl auch mitfahren, zusätzlich habe ich mir eine Marokko-Karte für das ALPINE-Navi hier gekauft (69 EUR).
* Translater: APP, Deutsch-Arabisch oder eben Wörterbücher
* By the way … Für die Kreativschaffenden unter euch, sorgt dafür dass Adobe-Cloud-Lösungen vor der Abfahrt ans Netz kommen um bei Adobe Guten Tag zu sagen. Also, wenn ihr arbeiten wollt und absehen könnt, kein Netz zu haben …

Welche Papiere braucht man?

* Pass (mindestens ein halbes Jahr gültig)
* KFZ-Schein
* 
Grüne Karte, Marokko muss drin stehen …
* 
ADAC-Karte,
Kreditkarte/n + PIN
* ausgefüllte “Fiche”

Hier noch ein cooler, passender Link mit weiteren Infos: https://www.youtube.com/watch?v=meufcGlNW3c

Was ist ein Fiche?

Vorab, Fiche hat nichts mit Fisch zu tun und ist so richtig geschrieben 😉
Marokko will wissen, wer im Land ist …
Dafür werden an den Grenzen die Daten zur Person und aber auch zum KFZ erfasst. Der Beamte muss diese Daten speichern. Cool ist hier, wenn ihr bereits vor der Abfahrt ein solches Papier (den Vordruck gibt es auch auf den Fähren) ausgefüllt habt, das erspart euch Sprach-Barrieren und die ewige Suche nach allen Daten.
Nehmt gern folgenden Link zum Download. Danke an die “Lila Pistenkuh”!

Unsere Route?

So schaut die ganz grobe Planung aus, wie es tatsächlich wird, erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen …
Tanger – Ankunft mit der Fähre
Oued Laou – Zwischenstation auf dem Weg nach Fès
Fès – Besuch der Medina (Altstadt)
Rommani – Zwischenstation auf dem Weg nach Casablanca
Ben Slimane – Zwischenstation auf dem Weg nach Casablanca
Casablanca – von hier aus soll es auch nach Marrakech gehen …
Rabat – Hauptstadtbesuch
Tanger – Abreise nach Spanien oder Barcelona … 

Hier per Link zu Google!

Buchung der Fähre – Genua / Tanger Med (mit dem Wohnmobil)

Wir reisen „leider“ im Sommer. Das heisst „Hochsommer“ in Marokko, aber auch in allen anderen südlichen Reiseländern. Auf dem Landweg wären wir sicher durch die Schweiz, Frankreich, Spanien (zur Fähre in Algéciras) gefahren. Runde 2900 km und sicher eine geile Zeit. Bestimmt nicht zur Hauptreisezeit. Hinzu kommt, dass Diesel und Maut die Ersparnis (der kürzeren Fährverbindung) gekostet hätten …
Weiter wollten wir nach stressiger Arbeitswoche (Start Freitag Nachmittag …) entspannt in Marokko ankommen. So haben wir uns für die Hinfahrt über Genua, Italien – Tanger (über Barcelona, 52 Stunden!!!) entschieden und etwa 8 Tage vorher bei GNV gebucht.
Wohnmobil inklusive 2 Erwachsenen in einer 4-Mann-Kabine (nur zu zweit belegt ;)) kamen 947 EUR. Bis Barcelona sind es etwas über 1200 km. Klar, die verbleibenden 1700 km wären sicher nicht so teuer, wie der Mehrpreis für die längere Fährfahrt. Wie schon geschrieben, dass entspanntere Ankommen war uns wichtiger. Deck, blauer Himmel, Sonnenschein, Kippchen und das Bier in der Hand sind da angenehme Begleiter … 😉
Gebucht haben wir nur die Hinfahrt – kommen eh’ nicht wieder 😉
Nein – den Rückweg planen wir spontan, am liebsten über Portugal. Mehr dazu in den nächsten Beiträgen …

Marokko mit dem Wohnmobil
Marokko mit dem Wohnmobil

Folgende Fährverbindungen gibt es:

Genua, Italien – Tanger, Fahrzeit ca 50 bis 57 Stunden (Zwischenstop in Barcelona)
Sete, Südfrankreich – Tanger, Fahrzeit ca 44 bis 48 Stunden (Direktverbindung oder Zwischenstop in Barcelona bzw. Nador)
Barcelona, Spanien – Tanger, Fahrzeit ca 33 bis 34 Stunden
Almeria, Spanien – Nador, Fahrzeit ca 4 bis 6 Stunden
Algeciras, Spanien – Tanger, Tanger Med oder Ceuta, Fahrzeit ca 1,5 Stunden
Tarifa, Spanien – Tanger, Tanger Med oder Ceuta, Fahrzeit nach Tanger ca 35 Minuten

Hinweis: Man sollte die Fähre von/nach Tanger (nicht von/nach Ceuta) buchen – in Ceuta versuchen (hab’ ich auch nur so gelesen) sich Flüchtlinge unter/an dem Overland-Fahrzeug (bestimmt nicht am Sprinter, eher an LKW) zu verstecken …

Hafen in Tanger Med
Hafen in Tanger Med

Buchung über den ADAC oder doch lieber direkt?

Über den ADAC soll es wohl 10% Rabatt geben …
Die Buchungswebsite des ADAC (Stand Juli 2018) war dermaßen langsam und oldscool, dass es mir NICHT gelang, eine Buchung abzusetzen. Irgendwann, aus dem Nirvana, auftauchende Angebote entsprachen 1:1 den Preisen der Fährgesellschaften. Sicher war ich nur zu doof …
 Weiter dachte ich, sollte etwas sein, ist man sicher auf dem direkten Weg besser aufgehoben und telefoniert, im Bedarfsfall, direkt mit der Gesellschaft (in unserem Fall GNV).

Meine Packliste und das Gewicht des Sprinters …

Nein, ich kann hier unmöglich die komplette Sprinter-Ladung aufzählen. Die nebenbei gesagt sicher zur Überladung führt … 😉 
Ich glaube, dass genau das Thema nur bei uns so heiß gekocht wird – in Österreich und der Schweiz soll das auch richtig teuer werden. Unsere Wohnmobile wurden in über 10 Reise-Jahren noch nie gewogen.
Dennoch habe ich meinen Sprinter vor Reiseantritt (von deutscher Spießigkeit getrieben) wiegen lassen.
* voller 100 l Sprinter-Tank
* voller 100 l Frischwasser-Tank
* volle Gasflaschen, 1x 11 kg, 1x 5 kg
* Klamotten für 3 Wochen
* einiges Essen
* 20 Liter Wasser
* wichtige 6 Liter Bier
* lustige 2 Liter Wein
* überlebensnotwendige 3 Liter Rum
* und alles, was sich sonst so im Camper befindet (Bücher, Stühle, Tische, Sonnensegel, Heringe, Axt, Werkzeug, kleine Helferchen, Küchenzeugs … )

Folgende Dinge standen extra auf der Packliste …

Technik:
* 2 fette Abschleppseile
* Sandbleche (waren geplant, da die Wüste dieses Mal nicht in der Route liegt, waren sie nicht dabei)
* Kompressor (fährt immer mit) – siehe Beitrag zum Reserverad …
* Sonnensegel, davon fahren 2 leichte + 2 Teleskopstangen mit, es WIRD HEISS werden …

Genua Hafen
Genua Hafen

Speisen für die Not:

* Spaghetti (geht immer)
* das ein oder andere Dosenessen (weil auf der Fähre der Kühlschrank nicht laufen wird und wirklich nur zur Not …)
* größere Mengen Alkohol (… überlebenswichtig, gibt es nur in großen Städten – Alkoholshops) 😉 – im Netz ist zu lesen, dass diesbezüglich keine Kontrollen stattfinden …

Für uns wichtig:

* Geschenke – wir geben gern … Wir haben deshalb einige Süssigkeiten, etwas Spielzeug, Stifte/Papier und einige, gesammelte Kleider dabei.



Na und – was wiegt die reisefertige Karre?

3560 kg ohne Beifahrerin mit Fahrer … 
Klar, am einfachsten lässt sich Gewicht an der Besatzung sparen. Meine Frau meinte, ich könne bleiben, wo der Pfeffer wächst … 😉
Zurück!
 Wenn ich 20 l Trinkwasser, 100 l Frischwasser „entsorge/trinke“ und der Dieseltank nur halbvoll ist, sind wir unter’m Limit.
 Mit anderen Worten finden meine/unsere sonstigen Reisen IMMER im Limit statt – beruhigt mich. Ist doch das Thema Gewicht beim Kastenwagen nicht ohne. Gechillt stehe ich der Technik gegenüber, der Sprinter ist in Sachen „Technisches Gesamtgewicht“ für mehr ausgelegt. Mit der Luftfederung auf jeden Fall, zumal er trotz dieser Beladung noch immer wie ein junger Hirsch da steht. Von Überladung nichts zu sehen, geschweige bei der Fahrt zu merken!

Allgemeine Infos zu Marokko

Währung: 100 MAD (Dirham) = 9,08 Euro, 1 Euro = 11,01 MAD (Dirham), Stand 2018
Zeit: Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt ganzjährig -1 Stunde (die Sommerzeit gilt auch hier, ausser während des Fastenmonats Ramadan, dann -2 h).

Hinweisschild Campingplatz Marokko
Hinweisschild Campingplatz Marokko

Camping-Infos:


* Entsorgung nur auf CP’s …
* Freies Stehen ist grundsätzlich erlaubt, Marokko heißt Touristen ausdrücklich WILLKOMMEN, in einigen Regionen werdet ihr von der Polizei dennoch auf Campingplätze geschickt, einfach um unbeliebten Besuchern vorzubeugen und so ein schickes Reiseerlebnis zu haben. Ansonsten gilt, wie so oft, folgt eurem Instinkt, wie überall auf der Welt. Mir ist in über 10 Jahren mit dem Wohnmobil noch nie etwas passiert – toi toi toi!
* das Überwintern in Marokko nimmt immer mehr zu, einfach weil es recht günstig ist und das Wetter passt …
* Campingplätze kosten zwischen 2 und 10 EUR pro Nacht
* 220 Volt-Anschlüsse haben meist eine gewöhnliche Schuko-Steckdose (Adapter nicht vergessen …)

Marokko mit dem Wohnmobil – Interessante Links zur Reise

Welche Papiere braucht man?
Reisetipps …
Hier geht es zum finalen Bericht der Reise.

14 Kommentare

  1. Hallo René
    Vielen Dank, sehr informativ. Marokko steht auch auf meiner “to do”-Liste.
    Im Moment haben mich aber vor allem Deine Angaben zum Gewicht interessiert. Viele sagen Sprinter 4×4 mit 3,5t und voller Ausrüstung geht gar nicht.
    Geht eben doch! Sogar mit 2 Personen.
    Also, vielen Dank noch mal und bin gespannt auf Dein weiteren Berichte!
    Gruss Martin

  2. Hi Martin, ja in der Tat – es geht!
    Hatte mal einen Ducato mit Dangel (Westfalia), allerdings langer Radstand (6,30), der wog rund 300 kg mehr … 😉
    Viele Grüße, René

  3. Hallo René

    Herzlichen Dank für dein Informationen betreffend Marokko. Das ist echt super wie du das beschreibst! Ich möchte nächstes Jahr mit meinem Sprinter nach Marokko fahren. Ich werde jedoch die ganze Strecke durch Spanien fahren und durch Portugal wieder zurück reisen.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ein Sprinter-Treffen stattfinden würde.

    Lieber Gruss aus der Schweiz.. 🙂

    Simu

  4. Schöner Bericht, vielen Dank!
    Kein Schnickschnack und brauchbare, wichtige Infos.
    Lieben Gruß und ich freue mich auf mehr!
    Marcus

  5. Mit einer Lithiumbatterie könntest Du noch etwa 30kg einsparen.
    Wie hat das Alpineradio eigentlich die Hitze überstanden? Keine Probleme? Direkt unter der Frontscheibe dürfte es ja ziemlich hitzig zu und her gehen
    Gruss Martin

  6. Mein Deutsch ist leidee nicht so gut aber sehr deutlich geschrieben. Getränke zuhause lassen, 10 kg leichter :). Ist dein/Ihre Sprinter genau so schwer wie die neuste generation? Genaues model? ( schwer zu finden auf mein Handy).Grüss und hip hip für deine “mitteilung”
    Johan

  7. Danke dir, ja auf das Sprinter-Treffen freue ich mich auch.
    Sobald ich etwas Luft habe, gehe ich die Orga an 😉
    Viele Grüße, René

  8. Genau damit wollte ich mich mal auseinander setzen.
    Wichtig wäre mir, dass ich für die Lithiumbatterie nicht mehr Platz her geben muss – eindeutig ein Job für den Winter 😉
    Viele Grüße, René
    Ps. Das Radio hat eine 1A Figur abgegeben – auch bei der Hitze. Dank des eingebauten Ventilators, die Klimaanlage quasi 😉

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