Hymercar Grand Canyon S – Erfahrungen 15000 km im Einsatz.

Hymercar Grand Canyon S und einige Erkenntnisse …
Nachdem hier länger nichts passiert ist, ein schnelles Lebenszeichen.
Wie ihr wisst, nutze ich den Sprinter hauptsächlich im beruflichen Alltag. So kommen auch relativ schnell Erfahrungswerte zusammen, die ich natürlich auch gern teile.
Aber, zunächst vielen Dank für den irre vielen Kontakt zum Thema – freut mich natürlich! Auch wenn ich nicht umhin gekommen bin, hier einiges zu ändern, dazu aber später mehr (separater Beitrag).
Nun aber zum eigentlichen Anliegen des Posts. Animiert durch die vielen Fragen zu Erfahrungswerten, diese will ich hier gleich mal aufgreifen.

Wie macht sich denn der Mercedes Benz Sprinter?

Also ehrlich Leute – Bombe!
Nach einigen Fiat Ducato’s will ich nie wieder zurück. Punkt!
Nein, der Ducato ist kein schlechtes Auto. Der fährt auch. Gemessen an Preis/Leistung eine ebenbürtige Alternative aus Italien. Auch mit dem PLUS an Platz. Dadurch, dass er etwas länger und vor allem aber breiter ist, hat er einige Zentimeter mehr Raum, was im Kastenwagen schon echt spürbar ist. Beim Verstauen, aber auch beim Schlafen. Ich bin 185 cm, wenn ich allein unterwegs bin, perfekt! Zu zweit wird es dann schon kuschlig. Ok, dass gehört wohl eher in die Rubrik Aufbau, daher zurück zur Basis, des Hymercar Grand Canyon S, dem Sprinter.
Wie schon eher mal erwähnt, ich bin zum Sprinter gekommen, weil ich den Allrad brauche (oder eben sicherheitshalber dabei haben wollte). Nein, nicht für die Kiesgrube – wär/ist mir einfach zu teuer …
Die simpelste Erklärung dafür ist – ich nutz den Kastenwagen auch im Winter. Der frontgetriebene Ducato mit schwerem Ausbau steht bei Schnee einfach auf der Stelle. Klar, sicherer ist der Allrad dann auch. Dann wäre noch meine Leidenschaft für die Fotografie, die mich gern mal “näher” ran zieht. Also abseits befestigter Wege. Auch hier hinkt der Ducato, weil er sich im Vergleich zum Sprinter nicht vernünftig höher legen lässt.
Ein Aber gibt es noch – alles hat seinen Preis …
Ich bereue keinen EUR, den ich für den Sprinter mehr ausgeben musste. Nun aber zu den Fakten nach 15.000 km in 6 Monaten.

Musstest du in die Werksatt?

2x mal bislang.
Das erste Mal gleich nach den ersten 500 Kilometern. Hatte auf der Autobahn das Endrohr des Auspuffes verloren. Glück gehabt! Zum einen habe ich es gehört, zum anderen bin ich weder drüber gefahren, noch ist jemand anderes zu Schaden gekommen. Denke, da hat nur jemand vergessen, die Schelle festzuziehen … 20 Minuten in der Werkstatt – für umme. Eigentlich nichts, um eine Werkstatt zu belästigen, das Endrohr hatte ich gefunden – abenteuerliches Joggen auf der Autobahn 😉
Vom Parkplatz bis zum verlorenen Auspuff waren es sicher 1,5 km und Rushhour war da auch gerade. Los, Augen zu und durch, also die Beine in die Hand genommen. Das Rohr konnte ich finden, nicht aber die Schelle, die gab es dann in der Werkstatt.

Der zweite Werkstattbesuch war vor ca. 2000 km und ist noch nicht ganz ausgestanden.
Die inneren Schellen der aussenliegenden Gelenkwellenmanschetten (was für eine Wortfindung ;)) waren nicht fest genug gespannt. So hat es etwas Fett aus der Manschette gedrückt. Klar, kein Weltuntergang und dramatisch ist das auch nicht. Der Freundliche hat mir unterwegs geholfen – aktuell habe ich ganz normale Edelstahl-Schlauchschellen drauf. Klar, die haben dort nichts zu suchen, da sie eine Unwucht mitbringen. Der Meister war/ist der Meinung, dass man das bei einem solchen Fahrzeug getrost ignorieren kann und es wird ewig halten. Ich seh dass auch so. Es gibt tatsächlich keine Vibrationen. Beobachte das dennoch, sollte es die nächsten 1000 km halten, bleibt es so, sonst wird es wohl mein erster Garantiefall. Eher ungern, da dafür die Gelenkwellen raus müssen, lt. MB ein ganzer Tag Arbeit. Klar, kein Hexenwerk, aber es muss halt ziemlich viel geschraubt werden.
Es gab sonst wirklich nichts, was dem Sprinter gefehlt hat. Das darf dann auch gern so bleiben 😉

Knacken aus dem Antriebsstrang.

Einen Schönheitsfehler gibt es jedoch. Darüber findet man im Sprinter-Forum auch einige Diskussionen …
Hin und wieder gibt es ein “Klong” aus dem hinteren Antriebsstrang. Beim Lastwechsel vom Rückwärtsgang in den ersten Gang. Jeder Allrad-Sprinter-Fahrer kennt das wohl. Ok nicht jeder, aber viele Sprinter sind davon betroffen. Mein Meister sagt – ist so, lassen …
Ok, ich bin gelernter Schlosser. Da gibts kein “lassen”. Eigentlich.
Aber nach einigen Gesprächen mit Allrad-Sprinter-Treibern weiß ich, dass tatsächlich viele davon betroffen sind. Bei manchen ab Kilometer Null (wie bei mir), bei anderen kommt es später mal. Es soll auch schon von allein verschwunden sein. Es gibt einige Vermutungen zur Ursache. Darauf will ich absichtlich nicht eingehen, einfach weil man sich dann auf mich bezieht und es ja doch anders sein könnte ;). Kurz – bei mir ist es unverändert, klingt nach 15.000 km genau so wie am ersten Tag. Wenn überhaupt, dann ist es leiser geworden, wäre etwas defekt, wäre es lauter geworden …
Hab’ mich dran gewöhnt. Punkt.
Ein kleiner Hinweis dazu, habe gelesen, dass einige die Flansche der Antriebswelle verkleben – Mercedes rät davon eindeutig ab …

Wie hoch ist der Diesel-Verbrauch?

In Summe kann man den Sprinter unter 10 Litern fahren, also kommod im Windschatten der LKW.
Schaff ich nicht. 10 Liter bei Einhundert km/h. Pro 10 km/h ein Liter mehr. In der Regel brauche ich zwischen 12 und 13 Litern, fahre da auch mal 150 km/h. Laut GPS gehen auch 170. Hab da aber Muffe, der Heki’s wegen.

Was macht der Aufbau?

Da gibts ja auch immer mal die ein oder andere Kruselgeschichte im Netz. Fakt ist, Hymer ist kein Individualausbauer. Da werden Lösungen von der Stange in Serie verbaut. Es geht um Stückzahlen, nicht um Details mit Liebe. Hier würd’ ich mir etwas mehr Blick für’s Detail wünschen. Allein der verschenkte Stauraum ärgert mich. ABER …  Der Hymercar Grand Canyon S ist weitestgehend klapper- und knarzfrei. Jetzt jedenfalls. Anfangs war da ein irres Knarzen. Je nach Sonne mehr oder weniger.
Genau das hat mich wahnsinnig gemacht. Dafür fährt, immer in Reichweite, eine Flasche Silikon mit. Kennt wohl jeder Wohnmobil-Fahrer 😉
Na los! Erzähl schon!
Wird sicher alle Hymer Grand Canyon S betreffen, daher hier mal als epischer Tipp.
Hymer verbaut ein System, welches die Hängeschränke aufnimmt. Im solchen Aluprofil werden auch LED-Leuchten integriert. Coole, schlüssige Lösung. Einzig, warum die Schalter für die hinteren LED-Leisten, also die im Schlafabteil, nicht vorn in Reichweite sitzen, versteh’ ich nicht. Man/n muss sich immer auf’s Bett hauen, um die Leuchten anzuschalten.
Alles klar, und was knarzt nun?
Das Aluprofil liegt press am Holz an. Z.B. an den Badwänden. Wenn das Profil durch die Sonne erwärmt wird, dehnt es sich aus und drückt gegen das Holz. Genau hier entstehen die Geräusche durch das Verwinden des Sprinters. Silikon dazwischen und Ruhe ist! Birgt ggf. die Gefahr, dass Silikon in’s Holz eindringt und Flecke erzeugt. Wenn das dann doch mal passiert, aktuell ist nichts zu sehen, kann ich damit leben, nicht aber mit dem Geräusch. Bin ich jetzt ein Spiesser? 🙂

Reicht die Aufbaubatterie?

Hatte ja meine Solaranlage montiert, als sich die Sonne für gefühlte Ewigkeiten verpisst hat …
Im Winter komme ich immer ca. 1,5 Tage mit der Aufbaubatterie. Der Kühlschrank ist aus, zu Kühlendes liegt im unteren Küchenschieber, dem kältesten Schrank im Hymercar Grand Canyon S. Die Heizung läuft dann auch über Nacht durch. Hier meine Erfahrungen dazu.
Seit einigen Tagen gibt es sie wieder – Klärchen.
Etwas Heizung am Abend und am Morgen, Kühlschrank auf der Eins (10 Grad), Radio den ganzen Tag, Arbeit am Rechner (Ladegerät), Handy’s laden, Kamera-/Blitz-Akkus laden – meine Verbräuche.
Aktuell scheint die Sonne, 10:00 war der Akku voll. Passt also! Werde auf eine zweite Aufbau-Batterie verzichten, weil ich in der Regel kaum länger, wie 2/3 Tage am selben Ort stehe. Bislang noch nie ohne Strom …

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