Erste Erfahrungen im Winter.

Klar, der 4×4-Sprinter braucht Schnee. Über den Winter mit dem BF Goodrich hatte ich hier schon geschrieben. Laß ich gern so stehen. Auch im tiefen Schnee kommt man damit 1A voran. Wünschen würde ich mir hier noch eine Sperre für die Hinterachse …

Zurück zum Thema.
Winter und Vanlife im Hymer Grand Canyon Sprinter.
Grundsätzlich könnte man zunächst das Thema Freistehen oder Campingplatz diskutieren. Für mich ist es so, dass ich bei Job’s grundsätzlich freistehe. Im Urlaub ist da schon mal der ein oder andere Campingplatz dabei. So als Basis. Und für Kontakte. Und für die “feste Hütte” – da steht meine “Beifahrerin” irre drauf … 😉
Der Killer für das Freistehen im Winter ist einfach der Energieverbrauch. Wenn es überhaupt Sonne gibt, dann ist der Solarertrag kläglich, weil sie einfach nicht aus der Hüfte kommt. So ist bei laufender Heizung (Gebläse) nach ca. 1,5 Tagen Schicht im Schacht. Also, wenn man länger verweilen möchte.
Ich habe nur eine Aufbaubatterie, siehe hier. Was auch so bleiben soll, passt so für mich.
Also Campingplatz und Steckdose.

Völlig in Panik habe ich 2 zusätzliche Gas-Flaschen in den Kofferraum gepackt. Hinter das verstellbare Brett, abgesichert mit Gurt und Zurrösen. Könnte ja sein, über Nacht geht das Gas in ganz Deutschland aus oder was auch immer ich mir gedacht habe … 😉
Vielleicht meine Erinnerung an den KNAUS-Kastenwagen. Der hat sich eine Flasche für ca. 1,5-2 Tage bei Frost gegönnt. Mein Westfalia hatte eine Dieselheizung, das Sorglospaket – so ihr neu bestellt, unbedingt mit Diesel-Heizung. Völlig Panne (meiner Meinung nach) ein solches Auto mit Gas auszustatten. Da ich direkt vom Hof gekauft habe, hatte ich darauf leider keinen Einfluß …

Wie ist die Warmluftverteilung im Sprinter?

Genörgelt ist schnell … Aber echt – hier gibt es nichts zu nörgeln.
Klar der Kastenwagen hat Schwächen. Die riesen Frontscheibe ohne Dämmung/Isolierung und die überhaupt schlechte Dämmung des Auto’s.
In Summe – hier hat Hymercar einen echt guten Job gemacht. Die Warmluftverteilung ist schön gleichmäßig, ich habe keine größeren Kältebrücken finden können. Wünschenswert wäre etwas mehr Wärme unter dem Küchenblock.
Ein Tipp: Entfernt den Wasserschutz über dem Warmluftaustritt im Bad! Ich habe ihn ausgespart. Das da Wasser beim Duschen rein läuft, ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher aber ist, dass durch diese Wärmeführung die Duschtasse punktuell erwärmt wird – Risse könnten folgen (hatte ich so schon mal im KNAUS).

Grauwassertank und dessen Beheizung.

Passt so – konnte kein Eis ausmachen.

Kondenswasser?

Keine Chance. Auch irre viel Lüften hilft nichts. Ihr habt Kondenswasser im Sprinter! Ich habe ein Luftfeuchtemesser im Camper – das zeigt immer zwischen 30 und 40 % an. Also trocken. Dennoch diffundiert die Feuchtigkeit in der Luft an kalte/unisolierte Stellen. Als erstes an die Frontscheiben.
Aber …
Bei weitem nicht so stark wie bei meinen Westfalia. Warum auch immer?
Früh nach dem Kaffeewasser kochen vielleicht 10 cm von unten (nicht gefroren). Ich wisch es ab und gut ist. Klar, Isoliermatten von aussen helfen da. Für mich keine Lösung, sieht potten häßlich aus und lässt den Van zum Iglu ohne Sonnenlicht werden. Gaffen ist dann auch nicht 😉
Fazit – geht so. Lüftet gut!

Verbrauch, Butter bei die Fische …

Nichts ist relativer 😉
Eben wie beim Diesel-Verbrauch …
Also hier meine Fakten.
Aussentemperatur am Tag: – 5 bis 3 Grad
Aussentemperatur in der Nacht: – 9 bis – 0 Grad
Innentemperatur am Tag: 22 Grad (ca. 5 Stunden, bei Abwesenheit 14 Grad)
Innentemperatur in der Nacht: 14 Grad

… macht in Summe: ca. 2,5 Tage pro 11 kg Gasflasche

Die Truma DuoControl CS (DouC) ist hier, wenn schon Gasheizung, ein echtes Muss!
Dein persönlicher Gasflaschenwechsler in der kalten Nacht …
By the way – auf das Truma Bedienteil cp plus würd’ ich auch nicht verzichten wollen.
Stelle es immer eine Stunde vor dem Aufstehen auf 22 Grad und das Wasser auf “Eco”.

Die Angst der Germans …

Wie schon oben geschrieben – das völlig sinnfreie Mittschleppen von 2 zusätzlichen Gasflaschen. Zumindest in Deutschland gibt es auf jedem Campingplatz Tauschflaschen (aktuell um 25 EUR).

Worauf ich jedoch ungern verzichten würde …
Mein kleiner Ecomat 2000 Classic *.
Ein völlig überbezahlter aber echt geiler Schweizer … Mein Keramikheizer. Hab’ ihm extra eine Steckdose gegönnt (direkt ab der Einspeisesicherung).
Der Heizer ist leise und frei von Gerüchen und filtert Staub aus der Luft. Tierbesitzer schwören auf das Ding, da er ausgeht, wenn er umgeschmissen wird. 450/750/1800 Watt – die kleinste Stufe schafft auch die niedrig abgesicherte CP-Steckdose. Ich lass’ ihn immer mal nebenher und auf kleiner Stufe laufen (was natürlich obigen Verbrauch reduziert) – einfach, um Luft im Raum zu wälzen.
Dafür bezahl’ ich gern etwas mehr bei der Stromabrechnung. Punkt.
Ps. Eine Sicherheit für den Fall des Ausfalls der Gasheizung ist es für mich auch. Sicher macht den Job auch ein Gerät für 30 EUR – ich jedenfalls würd’ mir wieder den Schweizer holen, aus Überzeugung (nach 5 Jahren Gebrauch).

Wie immer – bei Fragen, einfach fragen! Unten bei den Kommentaren.


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10 Kommentare

  1. Hallo Rene und alle Womo Begeisterten.
    Erst einmal Danke für den gelungenen Blog.
    Sehr gute Tipps, einiges habe ich bereits in unseren Hymer eingebaut…
    Wir haben den Grand Canyon S seit 3000km im Einsatz und bin von vielen Dingen sehr begeistert. Das Thema Heizung habe ich durch den Einsatz einer wiederbefüllbaren Alugasflasche ( natürlich mit Tankstopp ) gelöst. Europaweit ist das LPG Gastankstellennetz gut ausgebaut …
    Ein Fahrzeugmanko ist aber das nicht isolierte Blech über dem Fahrerhaus. Wir kommen aktuell aus Südtirol und hatten -10° und viel Schnee auf dem Fahrzeug. Aus der Verkleidung und dem Bedienpanel lief das Schwitzwasser. Das Panel ist jetzt futsch und auf dem Weg zum Händler…
    Also sollte hier nachgebessert werden und das Blech werde ich demnächst isolieren.

    Viele Grüße aus Eschwege
    Dirk

  2. Hallo Dirk,

    zunächst Danke für die Blumen.
    Ja …
    Leider muss ich deine Erfahrungen bezüglich des Kondenswassers bestätigen.
    Jedoch nicht in dem Maß, dass es gelaufen/getropft ist.
    In Summe stoßen wir hier an die Grenze des Machbaren. Meiner Meinung nach.
    Es ist und bleibt ein “Blechauto”. Hier hat die Weißware einfach mehr Vorteile. Punkt!
    Selbst wenn du Isolierung nachrüstest, wirst du Kondenswasser haben.
    Das haben alle Kastenwagen.
    Einfach durch die Doppelungen/Holme/Verstrebungen im Kastenwagen.
    Das könnte mann auch noch irgendwie isolieren, aber nur schwerlich.

    Mal folgende/meine Punkte.
    1. Lüften! und nochmals Lüften. Im Stoß! Temperaturschwankungen, auch Kochorgien (wir kochen nur Kaffeewasser ;)) vermeiden.
    2. Nach Gebrauch (ich habe eine Halle mit Ofen dafür) trocknen.
    3. Unser Blech ist innen lackiert – wenn er ordentlich ausgetrocknet wird, passiert da eigentlich nichts.
    Wobei es, wie gesagt, bei mir nur ganz leicht war.
    Habe mir auch das Dach unter dem Himmel angesehen …

    Was mich interessieren würde – wie willst du denn das Dach dämmen/isolieren?
    Dafür müsste der Himmel komplett raus …

    Viele Grüße, René

  3. Hi René,

    das mit dem Lüften wird nicht so viel bringen und ist in der Praxis kaum machbar. Das meiste Kondenswasser entsteht ja sicher Nachts wenn man schläft. Dann sind morgens die Scheiben patsch nass… Auch die Remis Scheibenverdunklung wird die feuchte Luft der Frontscheibe wunderbar zum Dachhimmel leiten.

    Als wir dann am nächsten Morgen weitergefahren sind, ist das Wasser an verschiedenen Punkten aus dem Dachhimmel gelaufen so viel das wir sogar das Navi abdecken mussten…
    Das Problem ist der Temperaturunterschied direkt am Blech. Wenn dann auch noch genügend Luft nachströmen kann wird`s ne Tropfsteinhöhle.
    Ich versuche an möglichst viel Innenblech eine 1cm starke selbstklebende Dämmmatte anzubringen und den unteren Ansatz des Himmels besser abzudichten. Das sollte schon deutliche Besserung bringen. Auch werde ich das Panel an der Rückseite “verbessern”. Eine Folie wird hier das direkte Wasser ableiten. Das Panel lässt sich übrigens einfach aus dem Rahmen ziehen ( für alle die hier auch nachbessern wollen oder einfach mal schauen wollen wie feucht es hier tatsächlich werden kann…)

    Zum Thema Energiebedarf und Dieselheizung habe ich eine andere Meinung. Wir hatten 7 Jahre ein Womo mit Dieselheizung. Nie wieder. Laut. Stinkt. Hoher Batterieverbrauch.
    Mehrfach nicht angesprungen wenn die Bordspannung gering war…
    Die Gasheizung im Hymer ist Spitze. War auch bei -10° fast nicht hörbar und nach 5 Tagen ohne externem Strom war die Bordspannung noch bei 50% ( habe 2 Aufbaubatterien )

    Sonnige Grüße

    Dirk

  4. Hi Dirk.
    Da hast du aber echt viel Kondenswasser gehabt.
    Ich hatte bei mir auch mal eine Lampe raus gezogen, um danach zu sehen – es war wirklich nur eher leicht beschlagen.
    In Sachen Lüften bin ich echt pingelig …
    Habt ihr in Auto gekocht?
    Viele Grüße, René
    Ps. Ja die Dieselheizung ist wesentlich lauter. Aber ist auch cool, wenn man sich nur um Diesel kümmern muss …

  5. Hallo, mich würde interessieren, wie der Abwassertank beim Grand Canyon S beheizt ist, elektrisch oder mit der Warmluft der Heizung?
    Wir haben dieses Jahr auch einen mit beheiztem Tank bestellt, er wird allerdings erst Miite 2019 geliefert.
    Viele Grüße,
    Marcus

  6. Grüß dich Marcus,
    der Abwassertank ist umlaufend mit Holz (Film/Film) verkleidet. Warme Heizungsluft umströmt ihn, dafür kommt ein fettes Rohr (ca 70 mm) aus der Heizungsanlage … Mir ist bis -20 Grad noch nichts eingefroren.
    Viele Grüße, René

  7. Hallo Rene,
    das klingt ja super.
    Genau wie ich es mir erhofft habe, super zum Freistehen im Winter an der Piste.
    Fehlt nur noch eine bezahlbare LiFePO4 Lösung ;).
    Viele Grüße,
    Marcus

  8. LiFePO4 – halt mich dazu gern auf dem Laufenden. Im Idealfall braucht die Lösung nicht viel mehr Platz, wie die originale Aufbau-Batterie. Staufächer gibt es, imho, recht wenig. Würde ungern noch eins opfern 🙂

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