Meine Erfahrungen mit dem Hymer Grand Canyon S …

In erster Linie sind es wohl die meist gestellten Fragen unterwegs …
Aber auch gesammelte Erfahrungen.
Daher hier mal in epischer Breite.

Was braucht den so eine Schrankwand?

In erster Linie Diesel. Und wohl auch Ad Blue.
Ich mach‘ es kurz – Sparwunder wird’s keins werden. Denke, aber das ist jedem klar.
Ausgesprochen positiv überrascht war/bin ich in Sachen Dieselverbrauch, er verbraucht 1-2 Liter weniger, wie mein alter Westfalia Columbus mit Dangel-Allrad …
So, nun aber Butter bei die Fische.
9-10 Liter – bei kommoder Fahrweise (da geht’s aber wirklich im Windschatten vom LKW hinterher) …
10-12 Liter – eher schon mein Wert, Ortschaften und Landstrasse nach Empfehlung der Rennleitung, auf der Autobahn 120-130 km/h …
13–16 Liter – Vollgas auf der Autobahn, wo nach GPS 150-160 km/h im „Kasten“ sind …
Zugegeben, nicht mein Tempo, einerseits weil ich reisen, um zu REISEN, andererseits zu teuer und Angst um meine Heki’s habe ich auch. Da ist mir am Vorgänger schon mal eins bei 150 k/hm hoch geflogen. 250 Euro Schaden …
Der Diesel-Tank beim Allrad fast 100 Liter – „kommod“ gefahren wären also 1000 km machbar. Das reicht mir in Summe. Für längere Trips plane ich ein oder zwei Kanister auf dem Dach.

Zu Ad Blue sammel‘ ich noch Erfahrungen …
Der Tank fast 18 Liter – die größeren Tankstellen haben eine eigene Säule für Ad Blue, dass macht sich gut. Die Pistole bis zum Anschlag in den Tankstutzen (unter der Motorhaube neben dem Kühler – rechts, in Fahrtrichtung) und 1x voll. Dabei zeigt die Anzeige im Armaturenbrett nicht ganz 100 %, eher 95 %.
100 % habe ich beim Tanken mit dem Kanister erzielt, was aber eine Sauerei ist. Weil es mit dem Kanister recht schlecht zu dosieren geht. Beim 5 l – Kanister geht das wohl, größere Kanister haben da ein eher schlechtes Handling. Hinzu kommt noch die Höhe des Füllstutzens. Ad Blue „frisst“ nicht, sollte aber bei Überlauf dennoch weg gewischt werden, da es weiße Spuren beim Trocknen hinterlässt.

Reicht das Frischwasser?

100 l Frischwasser lt. Hersteller-Angabe, gefühlt etwas mehr.
Allein komme ich damit, bei täglicher Dusche und Abwasch alle 2/3 Tage, locker 5 sogar 7 Tage. Etwas vom Frischwasser geht zum Spülen in die „Thetford-Klärgrube“, so reicht der Abwassertank auch für die gesamte Ladung vom Frischwasser.
Um Wasser, aber auch Gewicht/Diesel zu sparen, tanke ich zu Hause immer nur so viel Frischwasser, wie ich auch in etwa verbrauchen werde. Nach ca. 10 Jahren mobile Erfahrungen weiß man(n) was man braucht.
Hier gehen die Meinungen auch auseinander – viele tanken immer erst vor Ort. Da ich bei Jobs immer frei stehe, tanke ich vor Abreise …

Achtung: Ein Tipp zum Frischwassertank, oder besser zur Fehlkonstruktion von Hymer …
Der Frischwassertank-Verschluss. Ein Jammer, was der Hersteller der „Nobelkarosse“ bietet.
Bei meinen vorherigen Wohnmobilen konnte ich immer Wasser tanken, bis es aus dem Überlauf unter dem Auto raus kommt. Meist hat man es schon „röcheln“ hören und konnte den Hahn abdrehen. Beim „Grand Canyon“ entlüftet der Tank über einen kleinen Schlauch, der an der Befüllklappe endet. Füllt man den Tank soweit, bis es da raus läuft, ist er übervoll. Mit dem Resultat, dass es während der Fahrt aus der Deckeldichtung und den Einlass für die Wasserpumpe raus drückt. Eigentlich auch logisch, wenn man soviel Druck (während der Fahrt) auf das System bringt. Laut Hymer soll man(n) befüllen, bis am Display 100 % steht. Für’s Team kein Problem, allein ganz schön irre …
So habe ich mir ein kleines Sichtfenster eingearbeitet, die Markierung zeigt 100 %. Allein jetzt wieder machbar …
Als nächstes folgt noch ein Fenster für den Griff zum Ablasshahn (erledigt – hier beschrieben). Auch so eine Fehlkonstruktion der Herrn Ingenieure, die sicher niemals campen. Sorry liebe „Hymer’s“…
Bilder dazu folgen. Jetzt hier.
Was mir noch fehlt ist eine Abdeckung, vielleicht passt ja ein Blindverschluss aus dem Abwasserleitungssystem …

Und das Abwasser, besser Grauwasser?

Puh …
Hier hat man dem Sprinter sicher 10 Grad Böschungswinkel geklaut. Also die Ingenieure …
Das Ablassventil (also dessen Bedienung) wurde in Richtung Stoßstange verlängert, ebenso der Ablass. Das habe ich mal eben schön gekürzt – weil sonst sicher Opfer der nächsten Grasnarbe wird.
Bilder habe ich hier im Beitrag – schaut euch das im Original mal an!

Warum ist der Sprinter so hoch?

Weil’s einfach besser für die Übersicht ist, MAN sitzt mit den LKW-Fahren bis 40 t auf Augenhöhe. Und schöner sieht’s auch aus … 😉
Zurück.
Der Werksallrad (denke, auch die Igelhaut) ist vorn um 11 und hinten um 8 cm höher gelegt. Weshalb hinten nur 8 cm konnte ich noch nicht ergründen. Zwar ist es gut, weil das Fahrwerk Unebenheiten so besser wegsteckt, aber durch den schweren Aufbau hängt er hinten schon mächtig. Das werd‘ ich mit noch korrigieren. Mit stärkeren Federlagen oder eben luftgefüllte Balgen unter der Hinterachse. Dazu später mehr – nun online.
Ach so – die kurze Antwort wäre gewesen, weil er so einfach mehr Bodenfreiheit hat und die Wattiefe (dazu folgt auch noch mal ein kurzer Exkurs, hier muss einiges nachgearbeitet werden – im Winter …) steigt.
Welche Wattiefe?
Damit ist gemeint, durch wie tiefes Wasser man(n) fahren kann. Isländische Furten z.B..
Das Netz gibt dazu unterschiedliches Infos. Alles irgendwo zwischen 50 und 60 cm.
Persönlich würde es aktuell bei maximal 40 cm belassen. Gasfachbelüftung, Getriebeentlüftungen, ABS-Elektronik, Lichtmaschine usw. …

Was sind das für Reifen?

AT (All Terrain) – Reifen von BF Goodrich. Hier gleich zum kompletten Beitrag dazu!

Und die Beulen am Heck?

Ein Nachteil des Sprinters zum Ducato.
Der Sprinter (199 cm) ist SECHS Zentimeter schmaler, wie der Ducato (205 cm). Das merkt man. Punkt.
Ich bin selbst 185 cm groß, ohne die „Schweinsohren“ könnte ich nicht quer im Camper liegen. Durch die Verbreiterungen (rechts kleiner, durch Schiebetür) bekommt der Sprinter eine 195 cm breite Liegefläche. Ok, Werksangabe 😉
Tatsächlich kann ich aber mit 185 cm gut drin schlafen. Ein Kompromiss wird der Kastenwagen immer bleiben. Also in Sachen Größe/Stauraum/Isolierung …
Dennoch will ich nie wieder eine „Weißware“. Aus verschiedenen Gründen. Z.B. die immer schlechter werdende Verarbeitung, die Größe und damit die eingeschränkte Geländetauglichkeit eines solchen Heims , schließlich auch die Optik (zugegeben, nicht ganz unwichtig für mich als bekennender Kantenleger).
Aber – Raum ist eben nur durch Raum ersetzbar. Ab hier entscheidet jeder selbst 😉
Passend zum Thema Breite: Hier ein Link zum Vergleich von Auto-Bild – Mercedes Benz Sprinter, Fiat Ducato und Renault Master.

Wie ist denn die Verarbeitung?

Hm.
Ist ja immer relativ.
Daher nur kurz.
Der Sprinter ist ein Transporter. In Summe aber um einiges besser verarbeitet, wie der Ducato. Imho. Setzt euch in beide rein, schaut und fahrt Probe. Vergesst alles im Netz zu lesende. Macht euch euer eigenes Bild! Ich bin begeistert!
Der Aufbau von Hymer … Ehrlich gesagt, ein wenig Enttäuschung macht sich hier und da breit. Da ist ein HRZ schon durchdachter. Allein die Nutzung der Stauräume. Hier ist der Hymer einfach von der Stange. Was sich bei HRZ aber auch im Preis (berechtigt) niederschlägt. Den Möbelbau im „Grand Canyon“ finde ich gar nicht so schlecht. Es klappert wenig und knarzt, besonders nach der Ausdehnung in der Sonne, hier und da. Dafür fährt immer etwas Silikon-Spray* mit, so nach und nach wird es weniger.
Etwas mehr Sorgfalt würde ich mir bei der Rostvorsorge wünschen, die ein oder andere „blanke“ Kante, unter den Verkleidungen, habe ich schon gefunden und nachbehandelt.
Ansonsten eher „Frauenlike“ persönlich hätte ich mir etwas mehr „Outdoor-Optik“, aber auch Nutzbarkeit gewünscht. Allein die Türverkleidungen mit hellem Stoff haben jetzt schon unschöne Flecken. Aber soll ja nicht ewig neu aussehen. Ist mir egal.
Fenster/Luken sind perfekt integriert, dass Licht im Inneren gut verteilt. Einzig die Heckluke hätte etwas mehr in Richtung Fahrerseite gekonnt, so bliebe auf dem Dach mehr Platz für Solar. Hier gibt es mehr Bilder zum Innenausbau.

Ist das Bad nicht zu klein?

Es ist klein! Mit 185 cm muss ich den Kopf leicht einziehen, sonst gibt (gab) es Schrammen. Aber zur Kompromissbereitschaft hatte ich ja oben schon geschrieben. Skeptisch war ich beim Waschbecken. Jungs, also Hymer-Ingeneure – ganze Arbeit. Funktion, Handling – 1A!
Das Duschen funktioniert besser wie gedacht. Viele nutzen die Dusche nicht, ich eigentlich immer, durch das Freistehen im Job. Der Vorhang schützt das Interieur, die Tür und die frei liegende Wand muss man im Nachgang trocken wischen.
Ein Lob an den Konstrukteur der Duschtasse, meine erste, in der das Wasser fast immer auch abläuft. Einzig der Sprinter sollte, beim Parken, nicht nach rechts neigen.
Ebenfalls grandios finde ich den magnetischen Schließmechanismus der Badtür. Langzeit-Erfahrungen fehlen noch, bis jetzt – Kompliment!

Wird’s auch richtig warm?

Ja. Bis jetzt.
Der Winter naht, Jobs und Reisen sind im Hymer Grand Canyon geplant. Meine Erfahrungen gibt es dann hier auf jeden Fall.
Vorab.
Mein Camper hat „leider“ eine Gasheizung. Nicht, dass sie nicht funktioniert. Erfahrungsgemäß funktioniert die Truma 1A. Aber eine Dieselheizung wäre schon optimal gewesen. Etwas mehr Autarkie eben. Ich habe von der Stange gekauft, weil es schnell gehen musste. Bestellern empfehle ich die „Diesel-Option“. Durch den Entfall der Gasflaschen spart ihr Gewicht, Platz und Wechsel. Im Ausland, gerade im Winter, ein richtiges Pfund.
Ich sinniere über einen Gastank.

Wie schwer ist der Sprinter?

Echt ’ne crazy Frage beim Kastenwagen. Viel zu oft unbeachtet – also überladene Wohnmobile. In Deutschland, bei geringem Übergewicht, noch bezahlbar. In Österreich oder der Schweiz ein fetter Eingriff in die Portokasse. Nebenbei bemerkt – so eine „Zulässiges Gesamtgewicht“ macht schon sinn. Reifen/Achsen/Bremsen und Co sollten schon für die rollende Masse ausgelegt sein.
So, nun aber … Hier geht’s zu meiner Wiegekarte!

Und sonst noch?

Habt ihr Fragen – her damit! Über die Kommentarfunktion, so sind gleich alle Leser im Bild.
Wie immer – bleibt dran! Dieser Beitrag wird fortlaufend mit meinen Erfahrungen aktualisiert.
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Achsübersetzung
Solar-Nachrüstung
AT-Bereifung, BF Goodrich 245/75 R16
Mein Beistelltisch


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5 Kommentare

  1. Hallo, hier die ersten Verbrauchsangaben unseres 319CDI mit Continental Allwetterreifen 232/65 nach den ersten 300 km: Landstraße zum Dienst, 25km, 11,2L; Autobahn max. 120…12,5L

  2. Hi Oliver,

    erst mal GLÜCKWUNSCH zum „Neuen“!
    Danke für deine Verbrauchswerte.
    Erscheint mir realistisch, eigentlich sogar recht wenig.
    Bei den Reifen meintest du sicher 235/65 R16 – oder?
    Viele Grüße, René

  3. Ja, richtig…dicke Finger,kleines Tastenfeld…realistische Werte folgen im neuen Jahr, nach ca. 2500 km

  4. Hallo Rene,
    Super Info auf deinem Blog.
    Ich habe mir den GCS schon etliche m als angesehen. Ich komme nur gar nicht mit dem Stoff zurecht. Ist der schnell arg gammelig ? Genauso wirkt der Tisch im Vergleich zu anderen Kastenwägen sehr sehr wackelig

  5. Hi Andreas, Danke für dein Feedback!

    Ja, der Stoff ist echt eine Sensation für solch ein Auto … Grausam!
    Qualitativ ist er ok. Nach 10000 km kein Fleck oder sonstiges. Leider!
    Hatte mit mir klar gemacht, dass Bezüge mal in „outdoor“ kommen, wenn die Originalen fertig/gammelig sind.
    Was eigentlich auch ziemlich crazy ist. So wird es wohl bleiben, wie es ist.
    Der Tisch … Da hast du recht. Mal scharf angesehen und er wackelt in allen Richtungen – aber, auch er hält noch.
    Sobald er den Geist aufgibt, rüste ich nach/um.
    Finde, dass sind eher Kleinigkeiten. Beim (Gewicht-)Spartrend der Hersteller nimmt sich keiner was. Überall nur noch „husch husch“ – kein ausgefeiltes engineering, keine Serienreife. Die Nische für Individualausbauer. Zugegeben – mit höherer Investition …

    Viele Grüße, René

Ich freu' mich über jede Zeile!